Information betreffend: Rettungsgasse, vom 28.12.2011


Rettungsgasse ab 1. Jänner 2012 Pflicht
Schnellere Zufahrt der Einsatzkräfte erhöht Überlebenschancen



Rettung, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte sind um bis zu vier Minuten schneller
vor Ort, die Überlebenschancen von Unfallopfern steigen um bis zu 40 Prozent. Die Rettungsgasse rettet
Leben! Rettungsgassen sind ab 1. Jänner 2012 bei Staubildung Pflicht auf Österreichs Autobahnen und
Schnellstraßen bzw. Autostraßen. „Wer schnell hilft, hilft doppelt. Für Rettung, Feuerwehr und Polizei
zählt im Ernstfall jede Sekunde. Die Rettungsgasse soll die Helferinnen und Helfer bei ihrer Arbeit
unterstützen“, so Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie.

Mit der 24. Novelle zur Straßenverkehrsordnung hat der österreichische Gesetzgeber die Einführung der
Rettungsgasse mit 1. Jänner 2012 beschlossen. Damit wird ein langjähriger Wunsch der heimischen
Einsatzorganisationen, Autofahrerclubs und der ASFINAG erfüllt: „Die Rettungsgasse ermöglicht den
Rettungskräften auf Autobahnen und Schnellstraßen bzw. Autostraßen rascher zum Unfallort zu
kommen. Sie hilft mit, die Verkehrssicherheit zu verbessern. Die ASFINAG informiert gemeinsam mit den
Partnerorganisationen die Autofahrer rechtzeitig und umfassend über das ab 1. Jänner 2012 geltende
Gesetz, damit die Verkehrsteilnehmer wissen, wann und wie die Rettungsgasse zu bilden ist“, erläutern
die beiden ASFINAG-Vorstände DI Alois Schedl und Dr. Klaus Schierhackl.

Das Gesetz ist ein zentraler Schritt für eine schnellere Versorgung von Schwerstverletzten und ein
Meilenstein für die Verkehrssicherheit in Österreich. Denn bis dato waren die Einsatzkräfte in ihrem
Rennen gegen die Zeit oft behindert, weil die Pannenstreifen bei Staus blockiert waren oder von anderen
Verkehrsteilnehmern missbräuchlich als Ausweichroute verwendet wurden.


Was ist eine Rettungsgasse?
Kommt es auf Autobahnen oder Schnellstraßen bzw. Autostraßen zu stockendem Verkehr oder Stau,
sind alle Verkehrsteilnehmer verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Auf zweispurigen Fahrbahnen
ordnen sich alle Fahrzeuge auf der linken Spur parallel zum Straßenverlauf am linken Fahrbahnrand ein,
alle anderen weichen so weit wie möglich an den rechten Rand aus, auch auf den Pannenstreifen.

Dasselbe System gilt auf drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen. Alle Fahrzeuge auf der äußersten linken
Spur fahren so weit wie möglich nach links. Alle anderen Spuren fahren soweit wie möglich nach rechts.
Idealerweise bilden Personenkraftwagen, Motorräder, Lastkraftwagen oder Busse Kolonnen, stehen
parallel zur Fahrtrichtung und halten ausreichend Sicherheitsabstand, auch zum vorderen Fahrzeug.

So entsteht die sogenannte Rettungsgasse, die ausschließlich von Einsatzfahrzeugen (Polizei,
Feuerwehr und Rettung), Fahrzeugen des Straßendienstes oder vom Pannendienst befahren werden
darf. Achtung: Die Bildung einer Rettungsgasse ist nicht nur dann notwendig, wenn ein Unfall als Ursache
der Verzögerung auftritt. Auch die freie Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen zu anderen Einsatzorten oder
Krankenhäusern muss gewährleistet werden.

Die durch die Rettungsgasse mögliche Zeitersparnis für die Einsatzkräfte kann im Ernstfall über Leben
und Tod entscheiden. Aus diesem Grund werden die Behinderung von Einsatzfahrzeugen sowie die
widerrechtliche Benützung der Rettungsgasse mit einer Geldstrafe von bis zu 2.180 Euro geahndet.

Die Rettungsgasse sollte bei stockendem Verkehr, der zu einem Stau führen könnte, bereits
vorausschauend gebildet werden — also schon bevor der Verkehr endgültig zum Erliegen kommt. Die
Bildung einer Rettungsgasse ist ab 1. Jänner 2012 für alle Fahrzeuge auf Autobahnen und
Schnellstraßen bzw. Autostraßen verpflichtend. Auf allen anderen Straßen bleiben die bestehenden
Regelungen aufrecht, wonach alle Straßenbenützer einem herannahenden Einsatzfahrzeug Platz
machen müssen.

Überlebenschancen erhöhen sich um bis zu 40 Prozent
Wie Erfahrungen aus den Nachbarländern zeigen, ergibt sich für Einsatzkräfte durch die Rettungsgasse
ein Zeitgewinn von bis zu vier Minuten. Ein Vorsprung, der Leben retten kann: Die Überlebenschancen
von Schwerstverletzten erhöhen sich, je schneller professionelle Hilfe geleistet werden kann, im
Durchschnitt um zehn Prozent pro Minute. Vier Minuten Zeitersparnis dank der Rettungsgasse bedeuten
also eine bis zu 40 Prozent höhere Überlebenschance!

Gemeinsam Leben retten
In vielen unserer Nachbarländer ist die Rettungsgasse bereits ein Erfolgsmodell. Ab 1. Jänner wird sie
auch in Österreich Rettungseinsätze beschleunigen und schnellere Hilfe ermöglichen.

„Die Rettungsgasse funktioniert nur dann, wenn sich alle Verkehrsteilnehmerinnen und
Verkehrsteilnehmer daran halten und den Einsatzkräften eine schnelle und sichere Zufahrt zum Unfallort
ermöglichen. Danke für Ihre Hilfe“, appelliert Bundesministerin Bures abschließend.

Helfen Sie mit, Leben zu retten — bei Staubildung: Rettungsgasse!

Quelle: Asfinag

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